#78 – Wolf und Bär: Warum die Entnahme von Problemtieren ein normaler Vorgang ist

Shownotes

In dieser Folge von „Zuaglost“ spricht Wildbiologin Michaela Skuban über Wolf und Bär – und darüber, warum der Umgang mit großen Beutegreifern in einer Kulturlandschaft so schwierig ist. Im Gespräch erklärt sie, warum Monitoring oft wie ein Puzzle funktioniert, welche Rolle Fotofallen, Senderdaten und das Wissen der Menschen vor Ort spielen – und wann ein Wolf oder Bär als verhaltensauffällig gilt. Ein großes Thema ist auch die Scheu vor dem Menschen: Skuban macht deutlich, dass Tiere lernen, welche Erfahrungen sie mit Menschen machen. Außerdem geht es um Herdenschutz in der Praxis. Skuban plädiert für einen nüchternen Blick: Herdenschutz kann funktionieren, aber nicht überall gleich. Und dort, wo Tiere auffällig werden, brauche es klare Regeln für die Entnahme und tragfähige Kompromisse.

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Transkript anzeigen

00:00:04: Hallo und herzlich willkommen bei Zeuglost, dem Podcast des Südtiroler Landwirt.

00:00:09: Unsere Redaktion befindet sich zurzeit gerade in ihrer ersten kleine Sommerpause.

00:00:13: Unser Podcast macht aber keine Pause!

00:00:16: Wir haben vorgearbeitet und haben trotz Sommerpause eine Folge für euch vorbereitet.

00:00:20: Es geht um ein Thema das uns auch sicherlich in diesem Sommer beschäftigen wird – jetzt schon beschäftigt nämlich den Umgang mit dem Großraubbild auf unseren Almen.

00:00:30: Unser Gast in dieser Folge ist Michaela Skuban, eine Wildbiologin die Anfang dieses Jahres bei uns im Haus zu Gast war.

00:00:37: Wir haben auch im Scytolar Landwirt darüber berichtet.

00:00:40: sie wird uns in dieser folge berichten über ihre Erfahrungen und ihr Arbeit mit Wolfen mit Bären aber auch mit Schäfern vor Ort die ihre Schafe schützen möchten.

00:00:51: Ihr dürft gespannt sein.

00:00:52: mein Name ist Bernhard Christianl und ich wünsche euch viel Spaß und gute Unterhaltung bei der heutigen Folge.

00:01:01: Grüß Dank alle miteinander zu unserer neuen Folge von InSanPodcast zurücklöst.

00:01:05: Das ist jetzt mal wieder das einzige, was ich in der Folge im Dialekt saugen werde weil mein Gast Heinter mir gegenüber sitzt versteht zwar einiges im Dialekten.

00:01:15: mittlerweile hat sie mir gesagt aber fließend sitio oder wisch kannst du nicht?

00:01:19: Das ist die Michaela Skubahn.

00:01:21: bitte stellen Sie sich kurz vor und erzählen Sie vielleicht auch ein bisschen wieso Sie eigentlich hier sind.

00:01:27: Ja, ich bin Wildbiologin.

00:01:29: Also ich habe Biologie studiert und erforsche seit zwei tausend sechs Bären- und Wölfe in der Stovakai.

00:01:36: Wir arbeiten auch mit den Schäfern vor Ort weil wir wissen dass die Tiere natürlich ärgemachen.

00:01:41: Ich hab zwischenzeitlich auch in Frankreich gearbeitet und war eineinhalb Jahre in Tirol vor Ort Bin aber wieder in die Stovakei zurückgegangen Und weil sich diese Tiere gerne erforschen

00:01:52: Jetzt ist es ja so das Bier hier in Südtirol vor allem mit dem Wolfprobleme haben.

00:01:57: Also die Bären halten sich aus irgendeinem Grund hinter der Trentiner Grenze zurück, wo wir ganz froh sind.

00:02:05: Ein Problem ist immer diese Zahl dieser Tiere irgendwie zu erfassen also das Monitoring der Tiere.

00:02:12: Welche Daten sind denn da aus ihrer Sicht am verlässlichsten?

00:02:15: Geht es darum Fotofallen, geht's darum Genetik, gehts um die Zahl von Rissen und von Sichtungen?

00:02:20: Ist eine Kombination aus allen?

00:02:23: Wir haben insgesamt vierzehn Wölfe auch am Sender gehabt.

00:02:26: Also wir haben leider nicht so ein flächendeckendes gutes Monitoring von den Tieren, deswegen kann ich zum Beispiel von mir erzählen wenn wir uns geplant haben wie ich möchte in einer Gebirgstregion einfach Wölfen fangen.

00:02:39: Wir arbeiten sehr mit den lokalen Leuten vor Ort zusammen das wir versuchen zu verstehen wie viele Rudel vor Ort sind da und dann arbeiten wir mit Fotofallen um zu verstehen Wenn wir dann natürlich besendete Tiere haben, dann habe ich ein Tier am Sender und kann das Verhalten von diesem einen Tier sehen.

00:02:57: Kann aber auf Fotofallen in dem Wolfsrevier aufstellen und sehe auch wieder wieviel es ist im Rudel.

00:03:03: Fehlt jemand?

00:03:04: Kommt jemand dazu?

00:03:06: Wie viel ist die Welpenzahl?

00:03:07: Wann wandern sie ab oder nicht?

00:03:09: Wir haben verschiedene ... Datensätze, wo ich in Tirol versucht habe etwas draußen zu machen.

00:03:15: Weil es einfach Einzeltiere waren, hab' ich mich eigentlich noch mehr auf die Leute draußen vor Ort verlassen.

00:03:20: Auf die Weidetierhalter und auf die Schäferinnen und Schäfern, die eben in den Almen waren... Da ist etwas oder so, also ich habe mich nicht nur auf irgendeinen Riss verlassen sondern schon vorab.

00:03:32: Ich hab das Gebiet angeschaut und es ist geeignet.

00:03:34: Es ist nicht um einen Puzzle zusammenzusetzen.

00:03:38: Das ist eigentlich wie ein Puzzel zusammensetzen.

00:03:39: gerade wenn es einzelne Tiere sind dann ist es wirklich auch schwieriger.

00:03:42: Ja das Problem hat er ja auch hier.

00:03:44: Also dass wir nicht unbedingt Rudeln unterwegs sind sondern dass hauptsächlich einzig Tiere sind und das macht die Sache natürlich jetzt etwas schwieriger.

00:03:54: Das Problem, wenn wir das mal so nennen können sind ja vor allem die Wölfe, die Tiere reißen also für uns in Südtirol hier.

00:04:03: Also sie sich auffällig verhalten.

00:04:06: Wann ist denn aus ihrer Sicht ein Wolf oder ein Bär aufwällig?

00:04:09: Also verhaltensaufwältig nur wenn er Tiere reißt oder auch sonst?

00:04:15: Ich sag's immer so weil natürlich muss man irgendwie irgendwelche Regeln aufstellen... Wird der Mama da draußen?

00:04:21: Der Natur nicht ganz so gerecht.

00:04:22: Aber wir sind eben auch im Habitat ein Teil, der Mensch ist auch ein Teil im Habitat und natürlich sollte er durch die Anwesenheit eines Raubtieres nicht zu Schaden kommen und auch seine Besitzthümer nicht zu schaden kommen.

00:04:33: Und so glaube ich würde ich definieren es ist sehr schwierig wenn mein Wolf sich auf weite Tiere spezialisiert weil wie soll ich ihm das abbeziehen?

00:04:41: Er hat einfach verstanden oder sieht, es ist eine leichte Beute und beim Bären ist das allerselbe.

00:04:46: Klar wenn Bären anfangen in Dörfern zu wohnen und am Tag dort sind dann brauche ich nicht mehr diskutieren.

00:04:51: und es gibt einfach Grauzonen wo man eben sagt ja man könnte jetzt so und so argumentieren aber dann auch fairerweise sagen okay der Mensch der vor Ort lebt mit diesen Draubtieren soll auch nichts zu Schaden kommen.

00:05:04: Sie haben ja Heute einen Vortrag an den Teilen, in denen wir das hier aufnehmen.

00:05:08: Einen Vortrat bei uns hier im Haus gehalten Und was ich da ganz eindrücklich fand, ist dass sie auch erzählt haben, dass sich Tiere in der Nähe von Dörfern aufhalten um sich einfach vor anderen Tieren zu schützen.

00:05:21: Wie kann man das verstehen?

00:05:23: Ja, das nennt man im Fachschlagon, es ist menschliches Schutzschild auf Deutsch.

00:05:28: also das ist eigentlich in dieser Wildtier-Szene recht bekannt.

00:05:30: zumindest die Leute, die arbeiten Das machen Rangniederbeeren gerade Bärinnen.

00:05:36: wenn In der Paarungszeit sind die Bären so von Lattestostheron und wenn da kann es passieren, dass das zum Infanticid kommt.

00:05:45: Also zum Töten von Jungtieren damit man sich mit den Bären verpaaren kann.

00:05:49: also von dem her gehen dann viele Bärinnen eher in Dorfnähe weil das die großen Erwachsenenmännchen oder die älteren Männchen meiden um ihre Jungtiere zu schützen.

00:06:00: Das ist eigentlich jetzt ein unschuldiger Akt.

00:06:02: aber für Menschen im Dorf ist es natürlich sehr schwer, wenn auf einmal irgendwie eine ganze Bärenfamilie umeinander ist.

00:06:09: Also das sind eben diese grauen Zonen im Management und wir haben das gerade bei Rotirschen, dass die Verstanden haben, dass sie Wölfe Angst haben vor den Dörfern.

00:06:21: Und dann in Dorfnähe leben.

00:06:22: unser ältestes Weibchen hat er achtzehn- und ein halb Jahre.

00:06:25: Die hat immer einen Dorf nähe gebohnt.

00:06:28: Irgendwann haben sie leider die Wölfe dann doch gefunden, aber wie gesagt so versuchen Sie quasi unsere Nähe zu nützen.

00:06:33: Also deswegen diese Menschenscheuheit, diese Theorie, die kauft nicht ganz weil es gibt einfach Tiere, die haben verstanden, ah man will keine irgendwas bekommen entweder Essen oder Schutz.

00:06:44: also das ist nicht alles schwarz und weiß wie wir das oft lesen.

00:06:48: Ja wie gesagt haben jetzt gerade was Richtiger gesagt Diese Menschencheuigkeit ist ja eine Eigenschaft, die man diesen Tieren eigentlich so von Natur aus anschreibt.

00:06:57: Also sei es der Morialer, Wölfe und Bären sind überhaupt nicht gefährlich.

00:07:00: Die sind ja scheu und gehen den Menschen aus dem Weg.

00:07:04: Wenn ich das richtig verstehe stimmt dann das eigentlich gar nicht.

00:07:07: Ja da möchte ich diese Law bären.

00:07:09: kann ich an den Herrn Professor Huber abgeben aus sehr berühmter Bärenforscher aus Kroatien, der gesagt hat Menschenscheu wird kreiert?

00:07:16: wenn wir überlegen dass man jahrzehntelang die Raubdiere wirklich damals auch sehr grausam verfolgt hat haben natürlich nur die Tiere überlebt, auch in der Stavakai gab es ja.

00:07:25: Weil das war unter österreichischen Ungarn und österreichisch-ungerischem Reich, haben natürlich in den Gebirgen sehr scheuere Tiere und sehr, sehr schlaue Tiere, die sich gut verstecken konnten, überleben.

00:07:36: Jetzt eine Generation weiter noch eine Generation, noch eine generation, Tiere leben hier Verstehen, der Mensch schießt uns nicht immer gleich den Kopf weg.

00:07:44: Also gibt es einige Tiere die anfangen quasi zu spekulieren?

00:07:48: Was kann ich abgreifen was kann ich nicht abgreiven?

00:07:51: Es gibt einfach das ist dieses shy and bold System in der Verhaltensforschung Schüchtern oder so draufgängerisch.

00:07:57: Schüchter eine Tiere draußen im Habitat ist immer fein weil sie werden nicht... Die versuchen sich wirklich für uns zurückzuziehen.

00:08:06: aber es gibt eben auch einfach Traufgänger und die kommen.

00:08:10: zu glauben, dass in einer so stark besiedelten Welt die sofort beim Menschengeruch weglaufen ist natürlich ein Quatsch.

00:08:17: Sonst wären sie in Südtirol wahrscheinlich gar nicht hier.

00:08:18: Ja,

00:08:19: sonst wären sie ja.

00:08:19: Das sind so viele Leute...

00:08:21: In

00:08:21: der Sowakai auch jeder Beerkennte-Mitsch!

00:08:26: Und selbst in Sebirien sind die Dörfer, die Dürfer fangen, weil teilweise mit vierzehntausend Leuten ist sein Dorf, gell?

00:08:33: Es ist so eine idealisierte Vorstellung, die auf dem Feld... Das heißt nicht unbedingt dass ein Bär der sich an den Menschen gewöhnt hat gefährlich ist.

00:08:41: Aber es ist eben diese Frage Ein Tier was nicht zurückweicht zieht auch komischer Menschen an.

00:08:46: Menschen die sich selber überschätzen, die streicheln wollen und irgendwann ist für den Bären die Szene an dieser Ecke Und dann wird er vorgehen und dann wird das gefährlich!

00:08:54: Es ist ja dann auch so.

00:08:55: also wenn jetzt diese Tiere die im Dorf leben nicht unbedingt gefährlich sind Und auf der anderen Seite heißt es dann, vielleicht kann man doch irgendwelche Tiere entnehmen.

00:09:06: Dann wird man wahrscheinlich so aus diese Tiere entnemen und das sind ja dann eigentlich, wenn man das so sieht die falschen weil die tun ja dann nix.

00:09:12: Also es ist wirklich ganz lustig, weil man nennt sich auch habituierte Tiere aber natürlich ich denke mir einfach aus diplomatischen Gründen oder Niemand möchte den Beeren vor der Haustür haben.

00:09:25: Also von dem her ist es schon gut, wenn die Beeren unsere Dörfer meiden und auch... Und von dem macht das auch Sinn diese Furcht zu kreieren vor sich.

00:09:34: Dorf kann ich natürlich am besten kreien, wenn ich dann eben in diesen Gebieten einen Abschuss mache genau.

00:09:41: Kann ein bisschen zum Thema, dass auch bei uns so heiß diskutiert wird als Thema Herdenschutz.

00:09:48: Ich könnte mir vorstellen, dass Sie da in der Slowakei auch Erfahrungen gemacht haben.

00:09:53: Die Frage ist dann natürlich wie man diese Erfahrungen jetzt auf uns hier übertragen kann?

00:09:57: Ich kenne es die Landschaft und die Slowokei nicht ich weiß nichts ob's auch so steile Berge gibt.

00:10:02: können sie uns vielleicht ein bisschen was erzählen?

00:10:04: welche Erfahrungen welchen Arten von Herdenschutz finden sich am sinnvollsten vielleicht auch für gegen wir uns unsere Hier?

00:10:12: Ja, die Schäfer, das sogar kann ich arbeiten wie mit den Schäfern zusammen.

00:10:16: Die weiden alle im Raubtiergebiet also... Das hat mir auch ein Schäver gesagt natürlich wenn ich im Rauptergebiet weide, die kennen die Raubtiere und versuchen natürlich auch dass ihre Schafe nicht weggefressen werden.

00:10:27: Großer Unterschied ist, dass es voller Werbsschäfer rein sind.

00:10:30: Das heißt sie leben von den Schafen aber die sind die ganze Zeit mit den Tieren zusammen.

00:10:35: Hier gibt es sehr viele Hobbyhalter.

00:10:37: Ihre Weide-Saison ist aufgrund dieser berggebiegigen Landschaft kurz, unsere Weide Saison ist teilweise sechs bis acht Monate und natürlich weidet man in Gebieten die definitiv nicht so stark touristisch überlaufen sind wie ihnen.

00:10:51: In der Sowakie setzt man entweder Entweder Und oder Aufm also Menschen sind immer dabei.

00:10:57: Wir haben keine allein stehenden Herden außer irgendwo bei das Sabanitrao da unten, diese Heimweiden.

00:11:02: Da wo man vielleicht mal das Allein hat.

00:11:04: aber ansonsten sehen sie immer weiden mit ein zumindest einem Mensch hüte Hund und dann werden schon Herdenschutzhunde eingesetzt wenn es geht.

00:11:12: Das große Problem für unsere Schäfer in der Sauberkei ist dass sie kein Unterstützung bekommen Und das finanziell wahnsinnig anstrengend ist diese Hunde zu erhalten weil die haben sich dann immer Die sind ja immer mit dabei also die essen hier auch ein Stück Veterinäre kosten und dass unsere Schäfer keinen Nachwuchs mehr haben, weil wir keine Ausbildungsstätten haben.

00:11:30: Und deswegen fürchte ich um die Schäferschaft in der Savakai das sie uns einbricht was im Moment

00:11:35: passiert.".

00:11:37: Wie wird es dann weitergehen?

00:11:38: Das ist ja wirklich ein Problem!

00:11:39: Ja ich bin im Moment auch mit... Ich versuche eben so ein kleines Pilotprojekt anzufangen, weil we nicht mal eine Ausbildung haben also die können.

00:11:46: Leute können sich nicht mal ausbilden.

00:11:48: Es ist das nächste, dass die natürlich unter extremsten finanziellen Bedingungen ausgebeutet werden, auch da müsste man wahrscheinlich reglementieren.

00:11:57: Die Sauberkeit könnte natürlich auch Europa-Gelder anzapfen.

00:12:01: also von dem her dass die Leute auch Unterstützung bekommen für die Hundehaltung.

00:12:05: Die Hunde an sich das machen diese Schäfer schon selber, die verpaaren einfach gute Tiere untereinander.

00:12:10: Da muss man jetzt keine riesen Hundezentren obwohl ich diese eine Rasse gerne erhalten würde gerade den Heitscheade diesen Hüttehund aber dass man einfach mehr Unterstützung hat für die.

00:12:19: Das bräuchten sie wirklich, deswegen denke ich mir manchmal... Herrenschutz hat jetzt im Moment so einen negativen Namen.

00:12:26: Jeder sagt ja das ist ideologisch gefährbt.

00:12:29: Das ist eine Notwendigkeit für Menschen im Osten aber deswegen wird immer wieder mal auch abgeschossen.

00:12:37: also es gibt immer wieder auch drauf gängere Schraubtiere und es ist keine Ideologie.

00:12:43: Man hat es nicht, weil das alles prima ist.

00:12:47: Aber man braucht

00:12:48: so etwas.

00:12:49: Sie haben schon angesprochen, wir sind Tiere in einem sehr touristischen Land und ein Thema, was zum Beispiel Herbenschutzhunde bei uns hier schwierig macht, der Tourismus.

00:13:01: Man kann sich vorstellen die Tiere sind dann im Sommer auf der Alm Und können die Herbenschutzhunde unterscheiden?

00:13:08: Die dann zwischen ob da jetzt irgendwelche Touristen daherkommen oder Raubtiere.

00:13:13: Ich war auch vor zwei Jahren mit Vlad Onderik, mit diesem tollen Schäfer aus der Slowakei.

00:13:17: Wir waren in der Schweiz und im Planterhof sind wir eingeladen worden.

00:13:20: Das ich habe an mich da als Übersetzerin eigentlich hauptsächlich verstanden weil die Schäfe haben ihre eigenen Fragen und Schäfen untereinander... Ja es ist natürlich schwierig!

00:13:29: Weil wir erleben das in der Slowakai dass auch mehr Leute in die Natur rausgehen, sich nicht angemessen verhalten Unwissend oder arrogant, je nachdem.

00:13:39: Und das ist man, was schwierig ist wenn sehr viele Leute draußen sind genügend Hunde mitzunehmen weil einfach diese.

00:13:46: natürlich kommt es einfach zu.

00:13:48: also keine körperliche konfrontation von haus aus.

00:13:50: aber der Hund bellt.

00:13:52: die menschen verstehen es falsch die reißen die arme hoch hin und her private hunde mit ihrem.

00:13:57: mit dem mountain bikes fährt man durch den durch die scharfe und das ist einfach sehr schwierig.

00:14:01: ich glaube dass hier ein großer fehler ist dass man das als flächendeckendes Modell mitteilt.

00:14:07: Ich bin überzeugt, dass es Almen gibt oder Betriebe gibt die sagen ich möchte gerne mit diesen Hunden arbeiten und sie werden alles tun, dass das einigermaßen funktionieren.

00:14:15: aber als so riesige Flächendecken ist es sehr schwierig weil diese Bedingungen bei ihnen so ganz anders sind als bei uns.

00:14:22: Was würden Sie den Süddeutschern dann raten was Sie machen im Umgang mit den Tieren also mit Bernd Wolf jetzt?

00:14:28: Ja ist immer schwierig weil natürlich habe ich andere Bedingung.

00:14:33: Ich habe damals auch, wo ich in Tirol gearbeitet hab.

00:14:36: Ich würde ehrlich gesagt wirklich schauen, lokal diese Tiere vor Ort besser zu verstehen was sie machen und wo sie sind.

00:14:43: das ist nicht so einfach wie Sie schon gesagt haben.

00:14:45: mit Einzeltieren Wie kann ich schauen dass auch vielleicht eigentlich verfeindete Gruppen besser miteinander kooperieren.

00:14:53: Aber das ist eben in der Theorie, hört sich das immer alles Schöne an als es dann draußen ist.

00:14:57: Das weiß ich ja selber auch.

00:14:58: aber ich würde wirklich versuchen diese Tiere so gut wie möglich zu verstehen.

00:15:03: wenn jemand auch Herrenschutz machen möchte sehr gerne soll er auch Unterstützung bekommen.

00:15:08: aber nicht dass man dann Berufskollegen dann so gängelt so ungefähr das finde ich auch nicht gut ja sondern jeder Betrieb hat seine eigenen Strukturen und es darf auch sein einfach zu schauen Was sind für Tiere da?

00:15:20: Geht es, geht es nicht.

00:15:21: Und wenn ich auffällige Tiere habe und angenommen, ich habe eine Abschlussgenehmigung wäre es auch wichtig, wenn auch radikalere Pro-Raubteseiten das dann auch respektieren weil ein Kompromiss ist immer dann, wenn niemand glücklich ist und so müsste es eigentlich sein.

00:15:36: Kaum wieder.

00:15:36: vielleicht zum Abschluss noch, zum Bären.

00:15:39: Also ich hab's ja vorher schon gesagt Wir sind in der Situation dass da meistens an der Grenze zum Trentino stehen bleibt.

00:15:47: Bei uns hier hält sich es einigermaßen in Grenzen.

00:15:51: Was unterscheidet denn den Bären jetzt so vom Wolf?

00:15:55: Wenn man sich die beiden dir anschaut

00:15:58: Also, wo ich mit dem Bär noch angefangen habe zu haben.

00:16:01: Ich war so fasziniert das es ein so großes Tier ist was ganz alleine da draußen umeinander läuft.

00:16:06: Das fand ich eigentlich so spannend weil die Wölfe meistens haben sie ja ihre Familien oder Rudelstruktur und dass die total allein sind.

00:16:13: Die haben überlappende Streifgebiete aber man will sich nicht treffen.

00:16:16: Man muss irgendwie so'n System ausarbeiten, dass man den Nachbarbären nicht trifft.

00:16:20: Ich finde die einfach wirklich total spannend!

00:16:23: Das ist sehr wichtig.

00:16:24: der Bär sein Allesfresser.

00:16:26: Dadurch kann er natürlich in diesen Kulturlandschaften, so wie hier noch mehr nutzen.

00:16:31: Also theoretisch, wenn ich da rausguckt sehe ich die ganzen Apfelhänge.

00:16:34: Wahrscheinlich sind alles Äpfel ja?

00:16:35: Hier

00:16:36: ist Wein da oben.

00:16:37: Oder

00:16:37: Wein?

00:16:38: Ja das macht nichts und wir haben die Bären auch in Weinstecken gehabt.

00:16:40: Die würden diese Apfeldinger plündern und so.

00:16:43: Das heißt leider haben wir fast noch mehr Gruppen involviert, die quasi der Bär auch nerven kann und der Bäre hat in diesen Kulturlandschaft einen wahnsinnigen Futter-Vorteil Und das ist oft sehr, sehr schwierig.

00:16:58: Aber wie gesagt bei uns nicht gut, aber Kai wird auch gut getreide und so angebaut.

00:17:04: Man muss eben schauen, wie kann ich eine Situation schaffen, dass es einigermaßen erträglich ist?

00:17:09: Ich fand sie ja auch interessant weil Sie gerade gesagt haben, es ist auch so ein Mütter, dass er ein Bär und alles frei sein soll.

00:17:14: Man hört dann immer wieder mal Bären sind Vegetarien und tun den Leuten ja eh nix!

00:17:19: Wie gefährlich können diese Tiere also wir reden immer von Bär & Wolf, wie gefährlich die Menschen eigentlich werden?

00:17:25: Ja, leider der Bär ist sozusagen als auch in der Statistik des Travakei das Tier was den Menschen auch.

00:17:32: also wo wir Attacken haben.

00:17:33: Und das möchte ich niemandem wünschen und die kann man auch nicht kleinreden.

00:17:37: es gibt oft sehr ähnliche Konstellationen dass Menschen aus Unwissenheit Dinge draußen tun dass sie eben in Erdämmerung unterwegs sind oder außerhalb der Wege zu leise in Wildruhe zunnen einfach ein irgendwelches Gestrüpp hineintappen.

00:17:52: aber das ist natürlich Diese Gefahr ist beim Bären da.

00:17:56: Das hat mit seiner Ernährungsweise nichts zu tun, also wir hatten den Bären am Sender die sehr gute Jäger waren und dann gab es Bärn, die hauptsächlich Aas gefressen haben und zumindest Insekten.

00:18:05: deswegen ist der Bär definitiv kein Vegetarier weil ich habe noch nie ein Vegetariexin der aber insekte ist.

00:18:12: Aber von dem her das ist natürlich die große Angst Weil den Menschen, gerade auch wenn sie das Zusammenleben mit Bern überhaupt nicht mehr gewöhnt war.

00:18:21: Ja weil es wird ja auch medelinträchtig natürlich sehr stark ausgeverteilt.

00:18:26: was ist, wenn etwas passiert?

00:18:28: Was ist, wann etwas

00:18:29: passiert?!

00:18:29: Da haben die Menschen einfach große Angst um ihr eigenen und ihre physische Unversehrtheit beim Beeren!

00:18:35: Beim Wolf hat man meistens Angst um die Weidetiere und beim Bären hat man einfach ganz fest Angst um sich selber.

00:18:41: Wir sind schon am Ende unseres Gesprächs.

00:18:43: Ich fand sowohl Ihrem Vortrag als auch unser Gespräch jetzt sehr, sehr interessant.

00:18:47: Es ist ganz interessant mit jemandem zu sprechen der irgendwie beide Seiten kennt und der von sich sagt dass er alle Tiere liebt so ob das jetzt Bären, Wölfe oder Schafe sind.

00:18:56: ich danke sehr dass Sie sich die Zeit genommen haben mit mir hier auch noch zu sprechen Und ich darf mich auch in Namen unserer Zuhörer und Zuhöhrerinnen ganz herzlich bedanken.

00:19:05: Ja, wie gesagt, ich freue mich auch.

00:19:07: Ich habe ein Buch jetzt geschrieben ganz neu mit diesen neuen Verhaltensanpassungen auch Botschafter des Waldes.

00:19:14: aber es ist nicht so einfach.

00:19:16: wir müssen glaube ich verstehen dass unsere Aktivitäten Reaktionen draußen auslösen das die Tiere sich an uns gewöhnen Klimaerwärmung und so weiter und einfach wieder mehr Feldforschung betreiben Und nicht nur hinter Mauern und im Facebook.

00:19:30: Das glaube ich würde uns allen gut tun.

00:19:32: Ja.

00:19:33: Das war ein schönes Schlusswort, vielen Dank!

00:19:35: Danke auch!

00:19:37: Weil diese Woche ja kein neuer Südtolar Landwirt erscheint weil wir wie gesagt mit unserer Redaktion in Sommerpause sind.

00:19:44: wenn ihr das gleich am Erscheinungs-Tag hört kommt diesmal keine Vorschau.

00:19:47: natürlich auf die neue Ausgabe des Südtolar Landwirts.

00:19:50: ich möchte euch aber doch hinweisen auf unsere älteren Folgen.

00:19:54: Ihr findet alle folgen unseres Podcasts inklusive Sonderfolgen sind das jetzt mittlerweile über Achtzig.

00:19:59: dort wo auch immer ihr diese Podcast vorgegrade hört nämlich auf Bodigie, auf Spotify, auf YouTube, auf Audible und Apple Podcasts.

00:20:08: Wo immer ihr Podcasts hören könnt findet ihr alle unsere Folgen!

00:20:11: Wir freuen uns wenn ihr auch mal in die Elternfolgen rein hört.

00:20:13: wir freuen uns natürlich auch über Empfehlungen, über Bewertungen, Über Rückmeldungen und ihr habt ja auch die Möglichkeit bei uns im Podcast Werbung zu schalten.

00:20:22: Alle Informationen dazu findet ihr in unserer Folgenbeschreibung.

00:20:26: Wir erhören uns in zwei Wochen wieder und dann haben wir danach wieder eine Printausgabe für euch.

00:20:30: Alles Gute inzwischen und bis bald!

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